DIE
SUCHE NACH LANDREGELUNG UND EINER SOZIALEN UND UMWELTSPEZIFISCHEN
NACHHALTIGKEIT
Die
Küstenzone des Staates Ceara, im Nordosten von Brasilien,
erstreckt sich über 573 Kilometer, und besteht aus
verschiedenenen Arten Dünen, Klippen, Lagunen, Mangrovensümpfen
und andere Vegetationstypen. Mehr als drei Millionen Menschen
leben im Staat Ceara in einem Gebiet das unter direktem
Einfluss des Meeres steht, verteilt in 21 Städte und
rund 110 Gemeinschaften. Es handelt sich um eine Bevölkerung,
die sich durch ein niedriges Einkommensniveau, wenig Zugang
zu Ausbildung und reichen ethnischen Ursprung (Schwarze
und Indios) kennzeichnet. Mehrere anerkannte Eingeborenenstämme
sind auch heute noch an der Küste wohnhaft und bewahren
die kulturelle Vielfalt und die Gebräuche des Volkes
im Staat Ceara.
Die
Geschichte der letzten 30 Jahre der Küstenzone ist
durch einen Urbanisierungsprozess, durch Industrilaisierung
und ein unkontrolliertes Wachstum des Torusimus gekennzeichnet,
ein Prozess in welchem die Entwicklungspolitik, die sich
in Projekte und Programmen verwirklicht, nicht mit dem Aufbau
einer sozialen und umweltspezifischen Nachhaltigkeit verkettet
ist. Im Gegenteil: es findet eine Auseinandersetzung um
den Raum dieser Tätigkeiten statt, die nicht selten
den soziokulturellen Verfall der Gemeinschaften und die
Zerstörung der Ökosysteme mit sich zieht. Das
Fehlen eines demokratischen Entscheidungsraums schliesst
die Teilnahme der sozialen Akteure -und im speziellem der
lokalen Gemeinschaften- aus, welche in die Prozesse der
Planung, der Überwachung und der Bewertung dieser Entwicklungspolitik
miteinbezogen werden müssen.
Wir
erwähnen als Beispiel des Fehlens ausreichender Politik
das uneffiziente Küstenmanagement, das Programm zur
Entwicklung des Tourismus im Nordosten (PRODETUR-NE); der
Hafenkomplex in Pecem; das Fehlen einer Regelung der Fischerei;
das Fehlen einer Politik für die Regelung von Boden-
und Landbesitz, welcher den Lebens- und Arbeitsraum der
traditionellen Fischer und ihrer Familien sichert. Dieser
Raum wird seit einigen Jahrzenten durch die Immobilienspekulation
bedroht, eine Tendenz die sich im Angesicht der wirtschaftlichen
Dominanz verstärkt, da das Land an der Küste nun
als Investitionswert gehandelt wird.
Die
Küstengmeinschaften haben jedoch regaiert und versuchen
eine andere Logik der Landnutzung zu verwirklichen, die
sich in erster Linie auf Solidarität, den Respekt der
Natur und den lokalen Kulturenstützt und grossen Wert
auf eine gerechtere Verteilung des produziertes Reichtums
und die Selbstbestimmung der Gemeinschaften legt, Elemente
die für die Verwirklichung einer Nachhaltigen Entwicklung
grundlegend sind.
In
mehreren Dörfern an der Küste des Staates Ceara
machen sich Soziale Bewegungen und gemeinschaftliche Organisationen
stark, die für die Regulierung der Lebensräume,
für das Recht des freien Zugangs zur Küste und
und die Mitbestimmung am Tourismus kämpfen, anhand
eines Modells des gemeinschaftlichen Tourismus, welches
den Tourismus mit den seit Jahrhunderten ausgeübten
Tätigkeiten an der Küste integriert, mit der Fischerei,
der Landwirtschaft im kleinen Rahmen und dem Handwerkertum.
Es sind die lokalen Gemeinschaften, die anhand eines partizipativen
Planungsprozesses definieren müssen, welches die Grundzüge
der Entwicklung, die Prioritäten und die Zielsetzungen
der Gemeinschaft sind und welcher Verhaltenskodex respektiert
sein soll. Andernfalls werden wir auch in Zukunft Zeugen
der unkontrollierten Zerstörung der Natur und ihrer
negativen Folgen auf die sozialen Netwerke an der Küstenzone
sein.
last
update 26/12/2002